Lautstärke Messung

Mittlerweile haben wir uns gefühlt, neben hochwertigen Hochzeitsfeuerwerken, vor allem auf Feuerwerke unter schwierigen Rahmenbedingungen spezialisiert. Dies ist neben der schon thematisierten zunehmenden Lärmproblematik vor allem häufig ein räumliches Problem: Feuerwerke mit wenig verfügbarem Platz oder in der Nähe empfindlicher Objekte.

 

Aus diesem Grund erweitern wir zum Beispiel gerade unseren Bestand an Flammenprojektoren. Diese erlauben es auch unter sehr beengten Platzverhältnissen (im Vergleich zum klassischen Feuerwerk) und auch in lärmsensibler Umgebung musiksynchrone Feuerwerke und Feuershows durchzuführen, die dabei durch ihre relative Neuheit und Unbekanntheit dem Kunden sogar noch einen Mehrwert bieten.

 

Aktuell kommen in einem neuen Projekt sogar noch mehr Einschränkungen dazu: Eine Deckelung der Steighöhe und die Vermeidung von starken Lichtblitzen am Himmel. Speziell zu diesem Projekt werden wir noch gesondert berichten.


Nichts desto trotz gilt der Lärmproblematik weiterhin unser Hauptaugenmerk. Das wir darin mittlerweile einige Erfahrung haben und auch viel positives Feedback bekommen, ist natürlich sehr schön und zeigt uns, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Aber selbstverständlich ist es wenig glaubhaft, wenn man bei einem Erstgespräch nur sagen kann: „Vertrauen Sie uns wir machen das schon gut“.

 

Aus diesem Grund wollten wir unsere Feuerwerke mit prüfbaren Fakten untermauern und haben deshalb im ersten Schritt damit begonnen, einige unserer Effekte mit einem geeichten Messgerät auf die wirkenden Lärmimissionen zu überprüfen und diese zu dokumentieren. Zunächst ging es dabei nur um Referenzwerte von charakteristischen Effekten unserer Feuerwerksshows. Neben den klassischen Kugel- und Zylinderbomben wollten wir vor allem die vermeintlich leisen Effekte überprüfen: Vulkane, Bengalbränder, Feuertöpfe, Singlelines, Wasserfallbatterien und Römische Lichter, aber auch unsere Flammenprojektoren. Und so viel sei gesagt: Es gab so manche Überraschung!

In negativer Hinsicht überraschend war der hohe maximale Schalldruckpegel einiger vermeindlich leiser Effekte. Das ist einerseits auf das Kaliber und teilweise Abschusssalven, sowie andererseits auf die Steighöhe der Effekte zurückzuführen. Es ist aber denkbar, den Schalldruckpegel mittels einer Art schallabsorbierenden Haube um die Batterien herum zu senken.

 

Bei Crossettebatterien war ebenfalls der maximale Schalldruckpegel beim Effekt an sich überraschend. Wirkt er subjektiv kaum störend, weil er nicht knallt, sondern eher plopt, so wird dennoch in einem Abstand von 15m ein maximaler A-bewerteter Schalldruckpegel von über 100 dB erreicht und kann sich somit von den Umgebungsgeräuschen kurzzeitig stark abheben. Der äquivalente Dauerschalldruckpegel liegt bei ca. 90 dB und entspricht etwa lautem Musikhören über Kopfhörer.

 

Bei den römischen Lichterbatterien war auffällig, dass die Verwendung Crackling Effekten zu einem deutlichen Anstieg des äquivalenten Schalldruckpegels führten. Bei einer vergleichbaren römischen Lichterbatterie ohne Crackling-Effekt ist der maximale Schalldruckpegel gut 20 dB geringer.


Somit sind römische Lichterbatterien ohne Crackling-Lanzen sehr gut für schallimmissionsarme Feuerwerke geeignet. Auch alle Vulkane und Fontänen sind insbesondere bei musiksynchronen Feuerwerken zu vernachlässigen, weil deren Pegel mit hoher Wahrscheinlichkeit ein geringerer sein wird als der der Musik.

Lautstärkemessung Feuerwerk MK-Pyrodesign
Lautstärke Vulkan Feuerwerk
Lautstärke leises Feuerwerk

Das langfristige Ziel ist es, schon vor dem Feuerwerk nachweisen zu können, wie laut das Feuerwerk in den relevanten Entfernungen (betroffene Anwohner etc.) voraussichtlich sein wird und dies dann mit Referenzgrößen zu vergleichen, allen voran der klassische Kampfjet beim Start bis hin zum kaum wahrnehmbaren flüstern. Dazu wollen wir für alle verwendeten Feuerwerksartikel die entsprechenden Werte ermitteln und so unsere Argumentation auch Kritikern gegenüber glaubhaft vermitteln zu können. Und zu guter Letzt werden wir uns Gedanken machen, wie man mit technischen Mitteln den Abschussknall einiger Effekte abschwächen kann, um deren eigentlich leisen Effekt nicht negativ zu belasten.

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